Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Fort- und Weiterbildung

 

 

 

 

Fort- und Weiterbildung

Handlungsorientierte Beratung


Das Konzept


Die Handlungsorientierte Beratung ist ein Denk- und Handlungsansatz, der die humanistischen Methoden Gestalt und Psychodrama integriert. Diese Beratungsmethode ist an den Handlungen der Klienten und der Entfaltung ihrer Kreativität orientiert; das führt zur konstruktiven Veränderung von Interaktionen und Beziehungen und der eigenen Funktionen und Rollen in diesen Beziehungen. Weiter dient dies der Förderung von Entscheidungsprozessen. Wirksam sind hier die verschiedenen Methoden der beiden Ansätze: wie z. B. Rollenspiel, Dialog, Arbeit mit Objekten und Symbolen, Körper- und Atemarbeit.

Ziel der Weiterbildung ist es, die Wechselwirkungen von Handlungen, Emotionen und Dialogen zu verstehen, im Prozess zu diagnostizieren und durch Interventionen Veränderungen und Wachstum zu ermöglichen, sowie den hierfür nötigen Spielraum zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört ferner: Vertiefte Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Beratungssituation, Diagnosemethoden und Interventionstechniken in Gruppensituationen und in der Arbeit mit Einzelnen und außerdem die differenzierte Handhabung des Beratungsverlaufs, der Beziehungsdynamik und des Settings.

Das Curriculum wurde von KursleiterInnen aus den beiden bisherigen Beratungsschwerpunkten "Gestaltberatung" und "Psychodrama-Beratung" anhand ihrer langjährigen Erfahrungen mit diesen Weiterbildungen und ihrer Zusammenarbeit entwickelt. Die Leitung der Kurse besteht jeweils aus VertreterInnen beider Methoden.

Beratungsarbeit findet stets in Beziehungen statt, sie kann nicht auf eine Beratungstechnik reduziert werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person des Beraters/ der Beraterin und seiner/ ihrer Art Beziehungen zu gestalten und zu verstehen, sind daher ein zentrales Thema in der Weiterbildung - persönliches Wachstum ist das Ziel der berufsbezogenen Selbsterfahrung.

Die Weiterbildung findet in konstanten Gruppen statt und bezieht sich auf die jeweilige Beratungspraxis der TeilnehmerInnen. Durch die Vielzahl der Praxisfelder (Sozialpsychiatrie, Drogenarbeit, Familien- und Erziehungsberatung, Jugendarbeit u. a.) ergeben sich für die Arbeit in den Gruppen verschiedene Settings - die Beratung von Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen - sowie spezielle Themen wie z. B. die Beratungsarbeit mit Unterschichtklienten und mit psychisch Kranken.

Theoriearbeit, Selbsterfahrung und praxisbezogenen Fallarbeit werden in einer prozessorientierten Didaktik verbunden. Durch intensive Gruppensupervision und Intervision wird der Aneignungsprozess der Handlungsorientierten Beratung vertieft und der Praxistransfer hergestellt.

Inhalte
  • Einführung in die Handlungsorientierte Beratung
  • Beraterpersönlichkeit und das eigene Rollenrepertoire, eigene Lebensgeschichte - Selbsterfahrung mit Psychodrama und Gestalt
  • Einsatz von Gestalttechniken, erlebnisaktivierenden Interventionen und kreativitätsfördernden Medien
  • Formen szenischer Gestaltung (Rollenspiel, Arbeit mit dem leeren Stuhl und mit Gegenständen, Formen der Konkretisierung)
  • Humor und Kreativität in der Beratung
  • Gruppenprozesse, -strukturen und Rolle der Gruppenleitung
  • Formen der Einzelarbeit
  • Umgang mit Nähe und Distanz, Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand
  • Umgang mit Krisen, Grenzsituationen und mit Sinnfragen und religiösen Themen


Übersicht Handlungsorientierte Beratung

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