Evangelische Fachhochschule Darmstadt

 

 

 

 

Die EHD


Leitbild und Profil der EFHD


Grundlagen

Voraussetzung jeder Überlegung zu Leitbild und Profil ist der im Kirchengesetz von 1972 bei Gründung der EFHD verankerte Auftrag:
  • Sie vermittelt durch anwendungsbezogene Forschung und Lehre eine auf wissenschaftlicher Grundlage beruhende Bildung, die zu entsprechender Tätigkeit im Beruf befähigt.
  • Sie betreibt auch Fort- und Weiterbildung. Sie kann Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wahrnehmen, soweit die Erfüllung ihres Bildungsauftrages dadurch gefördert und ihr Lehrauftrag nicht beeinträchtigt wird.
  • Dabei wirkt die EFHD mit den kirchlichen Einrichtungen und Ausbildungsstätten sowie den entsprechenden nichtkirchlichen Einrichtungen des Hochschulbereiches zusammen.
Zielsetzung der EFHD

  • ist die Aufgabe, für Berufe des Sozialwesens und des kirchlichen Dienstes auszubilden,
  • ist die Ausrichtung der Arbeit am Evangelium von Jesus Christus, wobei für die evangelische Zielsetzung der Grundartikel 1der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau maßgebend ist.

 

Aktueller Auftrag

Diese Bestimmungen sind jeweils in die aktuelle Situation hinein zu konkretisieren. Beispiele sind die Entwicklung von neuen Studiengängen im Sozial- und Gesundheitswesen entsprechend den veränderten Bedingungen, aber auch die Erweiterung der Trägerschaft der EFHD auf die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 1996 und die Einrichtung des zweiten Studienstandortes in Hephata, Schwalmstadt-Treysa. Angewandt auf eine staatlich anerkannte und mitfinanzierte Hochschule sind das Hessische Hochschulgesetz und ggf. weitere Gesetze zu beachten.

Hochschule sein
Hochschule sein bedeutet immer auch die Verknüpfung zwischen Lehre, Lernen und Forschung. Dies ist insbesondere unter den Bedingungen einer sich rasch verändernden sozialen, allgemein gesellschaftlichen wie kirchlich-diakonischen Situation erforderlich. Forschungskenntnisse erlauben, ins Ungewisse und Unbekannte hinein Fragen zu formulieren und Wege der Erschließung dieses Unbekannten zu entwickeln, eine Qualifikation, die in Zukunft von HochschulabsolventInnen als Teil ihrer Berufsbefähigung erwartet werden wird. Für die Hochschule bedeutet dies eine permanente Bereitschaft zur Studienreform und forschende Wissenserweiterung für die ProfessorInnen.


Evangelische Hochschule sein
Bildung ist seit der Reformation ein zentrales kirchliches Handlungsfeld, in deren Tradition die EFHD steht. Für unsere eigene Profilentwicklung orientieren wir uns unter anderem an zwei biblischen Bildern:


Das Bild der Stadt auf dem Berg weist auf den exemplarischen, weithin sichtbaren und profilierten Charakter der Institution hin. Sie dient auch anderen gesellschaftlichen Einrichtungen als Orientierung und Maßstab.


Das Bild vom Salz der Erde weist auf die Wirkung in die Gesellschaft hinein hin: sowohl über die die theoretischen wie praxisbezogenen Impulse der ProfessorInnen und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen wie durch die Studierenden in ihr je eigenes Leben, in ihre Familien und Nachbarschaften und in ihre berufliche Tätigkeiten.


Die beiden Wirkungen sind miteinander verbunden: es sind die Menschen, die die jeweilige Einrichtung sichtbar gestalten, die die jüdisch-christliche Lehre und Tradition in der Gegenwart erfahrbar machen und die zugleich versuchen, diese in ihrem eigenen Leben selbst im Scheitern lebendig werden zu lassen. Dies bedeutet zugleich, der Situation der Studierenden ein besonderes Augenmerk zu widmen. 

 

Konkretisierung

Gemeinsamkeit aller evangelischen Bildungsanlässe und  –gestalten ist die Verknüpfung von dem Respekt vor und für die Einzelnen als Gottes Ebenbild, welches wiederum im Nächsten erkannt wird, mit der Weitergabe der jüdisch-christlichen Tradition.


Grundsätzlich ist uns zudem wichtig:

  • Menschen zu befähigen, Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft zu übernehmen
  • sich jeder und jedem Einzelnen zuzuwenden, niemanden aufzugeben, Entwicklungen zu ermöglichen
  • die Vielfältigkeit menschlicher Begabungen anzuerkennen und damit auch durch die Anerkennung von Differenzen zwischen Menschen sowie unterschiedlicher Formen, einen Beitrag zu leisten für Kirche und Gesellschaft
  • bei den Menschen zu sein, in denen Jesus uns erscheintt
  • Menschen einzuladen und ihnen gegenüber offen zu sein

Diese Aspekte gehen über die Gestaltung von Studienprogrammen hinaus und betrifft die Gestaltung einer Kultur des Sozialen. Die Zuwendung zum Anderen vermittelt sich zwischen allen Mitgliedern der Hochschule, zwischen Studierenden, MitarbeiterInnen, Lehrenden und ist Grundmuster für die Haltung auch den Klientinnen und Klienten im sozialen Feld gegenüber. Sie zeigt sich im alltäglichen Umgang, im Hausdienst, in der Lehre, im organisatorischen Handeln, in der Forschung und in der Fort- und Weiterbildung. Im Auftrag der Kirche für die Kirche werden christliche Lehre und Traditionen ausschnitthaft vermittelt und für kirchenbezogene Arbeit durch Studium, Fort- und Weiterbildung und Forschung qualifiziert. Im Auftrag der Kirche für die Gesellschaft werden Menschen besonders darin qualifiziert, bei der Wahrnehmung, bei dem Dabeibleiben und bei der Lösung anstehender gesellschaftlicher Herausforderungen einen besonderen fachlichen Beitrag zu leisten, der immer zugleich ein ethisch fundierter ist.

 

Zusammenwirken mit kirchlichen Einrichtungen und Ausbildungsstätten und nicht-kirchlichen Einrichtungen

Gemäß Auftrag wie auch aus ihrem Selbstverständnis als evangelische Fachhochschule, die für den sozialen Bereich und kirchlichen Dienst Studienangebote bereitstellt, ist die Vernetzung mit kirchlichen Einrichtungen, Ausbildungsstätten und nicht kirchlichen Einrichtungen auf der Ebene der Praxiskontakte, der Ebene der Forschung, der Ebene des Transfers zwischen Hochschule und Praxis und der Ebene der Hochschulen und wissenschaftlichen Fachgesellschaften zu pflegen.

Ein besonderes Profilelement der EFHD stellt die Kooperation mit internationalen Partnern sowohl im Hinblick auf die Förderung des wissenschaftlichen Austausches als auch  im Hinblick auf die Förderung des studentischen Austausches und der Entwicklung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs dar.

 

Beschlossen im Rat der EFHD am 21.4.2008


 

 

1Der Grundartikel lautet
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau steht in der Einheit der einen heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche Jesu Christi, die überall dort ist, wo das Wort Gottes lauter verkündigt wird und die Sakramente recht verwaltet werden.


Sie bezeugt ihren Glauben gemeinsam mit der alten Kirche durch die altkirchlichen Bekenntnisse und gemeinsam mit ihren Vätern durch die Augsburgische Konfession, unbeschadet der in den einzelnen Gemeinden geltenden lutherischen, reformierten und unierten Bekenntnisschriften. Damit ist sie einig in der Bindung an die den Vätern der Reformation geschenkte und miteinander verbindende Erkenntnis, dass allein Jesus Christus unser Heil ist, uns offenbart allein in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testamentes, geschenkt allein aus Gnaden, empfangen allein im Glauben.


Als Kirche Jesu Christi hat sie ihr Bekenntnis jederzeit in gehorsamer Prüfung an der Heiligen Schrift und im Hören auf die Schwestern und Brüder neu zu bezeugen.
In diesem Sinne bekennt sie sich zu der Theologischen Erklärung von Barmen.


Aus Blindheit und Schuld zu Umkehr gerufen, bezeugt sie neu die bleibende Erwählung der Juden und Gottes Bund mit ihnen. Das Bekenntnis zu Jesus Christus schließt dieses Zeugnis ein.

 
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